Ein Tag als...

Fachkraft für Lagerlogistik

In der Logistik schiebt man doch nur Paletten hin und her!“ – an diesem Vorurteil ist nichts dran, weiß Marc Rietgraf, der sich derzeit bei Lorch Schweißtechnik in Auenwald zur Fachkraft für Lagerlogistik ausbilden lässt.

Sein Job sei komplexer, als viele denken, so der Azubi im zweiten Lehrjahr, man brauche Köpfchen - und dazu noch Geduld und körperliche Fitness.

Ein Artikel von Caroline Berger

Die Logistik sei ursprünglich nicht seine erste Wahl gewesen, gibt Marc Rietgraf zu. Eigentlich interessierten ihn nach dem Berufskolleg eher Tätigkeiten im Bereich der Wirtschaft, genauer im Ein- und Verkauf. Also bewarb er sich bei Lorch Schweißtechnik um ein Praktikum als Industriekaufmann. Er lernte alle kaufmännischen Abteilungen kennen und gelangte so schließlich auch in die Logistik - und blieb. „Das war eine ziemlich gute Entscheidung für mich, weil ich ein sehr aktiver Mensch bin. Die Aktivität lässt sich jetzt mit meinem Beruf, der auch viele kaufmännische Aufgaben umfasst, verbinden. Das sagt mir total zu.“

Als Fachkraft für Lagerlogistik ist Rietgraf vor allem dafür zuständig, dass die Produktion immer genau das Material hat, was sie für einen bestimmten Auftrag braucht. Bei Lorch Schweißtechnik müssen die Schweißgeräte zu 80 Prozent auf den Kunden angepasst werden. Dementsprechend werden jeweils unterschiedliche Teile gebraucht. Auf seinen Wegen durchs große Lager, legt der Azubi durchschnittlich rund 12.000 Schritte am Tag zurück und das, obwohl er oft auch mit Ameise und Co. unterwegs ist. Da kommt ihm zugute, dass er gerne und viel inlineskatet und topfit ist.

 

Aufgaben

Überblick verschaffen

Glaser

Entweder setzt sich Marc morgens an seinen Platz im Büro, um erst mal seine Mails zu checken, oder er tut das direkt an einem der angepassten ergonomischen Arbeitsplätze. Hier kann er nämlich auch gleich die Daten zu den Waren, die heute angeliefert werden, auf einen Bildschirm übertragen, damit die Kollegen vom Wareneingang Bescheid wissen.

 

Produktionsinseln versorgen

Glaser

Mit einem kleinen Wagen mit Anhänger fährt Marc durch die Produktion und bringt die für den jeweiligen Auftrag notwendigen Materialien an die verschiedenen Produktionsinseln.

Transfer zum Warenausgang

Glaser

Ist eine Schweißanlage fertig, ist es eine von Marcs Aufgaben, sie aus der Produktion abzuholen. Er lädt sie auf die Gabel seiner „Ameise“, einem kleinen elektrischen Hubwagen, und fährt sie zum Warenausgang.

 

Teile einsortieren

Glaser

Kommt ein Lkw am Wareneingang an, packt Marc beim Entladen mit an. Rohmaterial, Zubehör und Bauteile müssen ausgepackt, im System eingebucht und an ihre festen Plätze im Lager gebracht werden, damit sie Marc und seine Kollegen später beim Zusammentragen der für einen Auftrag notwendigen Teile, dem Kommissionieren, schnell finden.

Aufträge abarbeiten

Glaser

Gang für Gang geht Marc ab, wenn er einen Kommissionierungs­auftrag abarbeitet - teils zu Fuß, teils fahrend. Bei Bauteilen, die weit oben im Hochregallager liegen, kommt ein sogenanntes Lagerbediengerät zum Einsatz. Gut, dass Marc schwindelfrei ist! Er fährt in einem Korb viele Meter hinauf, um zu holen, was gebraucht wird. Manchmal kommt das Benötigte aber auch per Knopfdruck zu ihm: Bei sogenannten Material-Shuttles gibt man die Tabularnummer eines Bauteils am Display ein - und schwupps, kommt das Material zum Mann.

 

Fertig machen zum Verladen!

Jede Bestellung muss sauber und stabil verpackt werden, damit sie unbeschadet beim Kunden ankommt. Marc hüllt dafür jede Schweißanlage, inklusive der Palette, auf der sie steht, in Schrumpffolie. Diese wird mit einem Brenner erhitzt und so der Ware angepasst. Jetzt noch die Versandpapiere erstellen, und dann ist die Ware bereit zur Abholung.

 

Arbeitsbeginn in Auenwald

  • 7:00
    Zuerst checkt Marc seine Mails und verschafft sich einen Überblick über anstehende Termine und eingegangene Bestellungen.

  • 7:30 Abteilungsbesprechung: Marc lernt im Laufe seiner Ausbildung die drei Bereiche Wareneingang, Kommissionierung und Warenausgang kennen. Jeden Morgen erfährt er, welche Arbeiten innerhalb seines zugeteilten Bereichs er heute erledigen soll.

  • 7:45
    Bestellte Bauteile sind angeliefert worden und müssen verbucht und eingelagert werden.

  • 9:30
    Marc schnappt sich einen Kommissionierungsauftrag aus dem Auftragsfach nach dem anderen. Er steuert die Standorte aller benötigten Teile im Lager an und bringt sie entweder zum sofortigen Versand zurWarenausgangsfläche oder in die Produktion, wo sie verbaut werden.

  • 11:00
    Für die Schweißanlage eines Kunden werden spezielle Bauteile benötigt, die ganz oben im Hochregallager zu finden sind. Für Marc geht’s hoch hinaus.

  • 12:00 Mittagspause im Vesperraum oder in der Kantine.

  • 13:00
    Marc transportiert fertige Schweißanlagen von der Produktion zum Warenausgang.

  • 14:30
    Endspurt am Warenausgang: Marc verpackt die Bestellungen und macht die Versandpapiere fertig.

  • 16:00
    Feierabend nach etwa 12.000 gelaufenen Schritten.
  • Lorch Schweiß­technik
  • Seit mehr als 60 Jahren entwickelt und fertigt die Firma hochwertige Schweißlösungen für Industrie und Handwerk. Ihre Fertigungsstätte für Schweißanlagen in Auenwald ist eigenen Angaben zufolge eine der modernsten weltweit. Rund 280 Mitarbeitende hat die Firma, die Ausbildungen in fünf Berufen im technischen und kaufmännischen Bereich und zwei duale Studiengänge anbietet.

Ein Tag als...

Malerin und Lackiererin

„Einfach mega!“ findet Maria Kaiser ihre Ausbildung zur Malerin und Lackiererin bei der Hunger Komfortbau GmbH bisher. Warum? „Weil ich am Ende des Tages genau sehe, was ich getan habe.“ Durch ihre Arbeit werde alles wieder frisch und strahlend, sie bringe neuen Glanz in heruntergekommene Wohnungen und dunkle Räume. „Das macht einfach Spaß!“

Ein Artikel von Caroline Berger

Dass nur recht wenige Frauen Malerin und Lackiererin werden, kann Maria nicht verstehen. Sie habe von ihren männlichen Kollegen auch nie „dumme Sprüche“ gehört. Ganz im Gegenteil, ihr sei seit ihrem Ausbildungsbeginn vergangenen September immer alles zugetraut worden. „Es heißt immer: ‚Du kannst das, du machst das!‘, und so ist es dann auch!“ Tatsächlich gebe es Tage, die anstrengender sind als andere, zum Beispiel, wenn Decken gestrichen werden müssten oder viel Schleifarbeit anstehe, aber Maria sieht das positiv. „Ich muss abends keinen Sport mehr machen, um mich auszupowern!“

Zugetraut habe ihr diesen Job allen voran ihr Vater, selbst Handwerker und überzeugt davon, dass seine Tochter als einziges seiner Kinder keine zwei linken Hände habe, berichtet Maria lachend. Ihr selbst kam die Erkenntnis erst über Umwege. Zuerst wollte sie Kinderkrankenschwester werden, als das nichts für sie war, aus Neugier Stuckateurin. Bei der Hunger Komfortbau GmbH, wo sie sich für ein Praktikum in diesem Bereich bewarb, empfahl man ihr, stattdessen in den Maler- und Lackiererberuf hineinzuschnuppern. Dieser sei abwechslungsreicher, kreativer und für ihre Vorlieben passender. Dem kann Maria heute nur zustimmen.

 

Aufgaben

Material ausladen

Glaser

Damit es morgens gleich losgehen kann, wird der Transporter schon am Vortag beladen. Je nachdem, welche Arbeiten anstehen, ist er mit Tapeziertisch, Kleister oder Farbeimern bestückt, so dass Maria alles findet, was sie braucht.

 

Vor dem Lackieren wird geschliffen

Glaser

Nicht jede in die Jahre gekommene Einbauküche muss gleich entsorgt werden. Ist der Lack ab, macht Maria einfach neuen drauf. Davor muss sie die Flächen mit Schmirgelpapier abschleifen, bis sie matt sind. Das zeigt, dass die Fasern sich aufgestellt haben und der Lack jetzt gut auf der Einbauküche, dem Türrahmen oder einer anderen Fläche hält.

Wände müssen glatt sein

Glaser

Sind die Tapeten erst mal weg, werden kleine und größere Löcher in der Wand sichtbar. Nachdem sie die Spachtelmasse angerührt hat, schneidet Maria überstehende Dübel ab und verspachtelt die Löcher, bis die Wand wieder makellos ist.

 

Jetzt wird gemalert!

Glaser

Maria mischt genau den Farbton, den der Kunde wünscht, und macht sich dann ans Werk, mit der großen Rolle oder für die Feinheiten oder Ausbesserungsarbeiten mit dem Pinsel. Abkleben tut der Profi übrigens nicht, da sind eine ruhige Hand und viel Präzision gefragt - und die hat Maria.

Ran an die Tapete!

Glaser

Der Profi nutzt beim Tapezieren nicht nur einen Tapeziertisch, sondern zudem eine Tapeziermaschine. Diese hat ein Zählwerk, welche das Abmessen der Bahnen vereinfacht, und auch das Einkleistern der Bahnen überlässt Maria der Maschine. Angerührt wird der Kleister allerdings von Hand. Je nachdem, um was für eine Tapete es sich handelt, wird eine unterschiedliche Mischung benötigt.

 

Die Wandverschönerung beginnt

„Tapezieren mag ich am liebsten“, sagt Maria, denn hier sehe man am besten den Fortschritt, wie die Wand schöner wird. Maria arbeitet übrigens meistens im Zweierteam. Nur bei größeren Baustellen oder wenn die Renovierung besonders schnell gehen muss, sind mehr Personen im Einsatz. „Unser Job ist echte Teamarbeit!“

 

Tagesablauf

  • 7:00
    Mit dem Transporter geht’s von Aspach zur Baustelle.

  • 7:15 An der Baustelle angekommen, werden die notwendigen Arbeitsmaterialien ausgeräumt und aufgebaut.

  • 7:30
    Nachdem Maria am Vortag die Tapeten in einem Raum entfernt hat, macht sie sich heute an die Spachtelarbeit.

  • 8:30
    Die Einbauküche soll neu lackiert werden, also muss Maria sie erst abschleifen.

  • 11:00
    Unterhalb eines Fensterbretts in einem bereits gestrichenen Raum muss nachgearbeitet werden. Maria nimmt noch mal den Pinsel zur Hand.

  • 12:00 Mittagspause

  • 13:00
    Die Tapezierarbeit beginnt mit den notwendigen Vorbereitungen.

  • 13:30
    Die vom Kleister durchweichten Tapetenbahnen können an die Wand.

  • 16:05
    Alle Tapeten hängen – Feierabend!
  • Hunger Komfortbau
  • Die Firma bietet seit 18 Jahren Dienstleistungen in den Bereichen Maler- und Lackierarbeiten, Trockenbau sowie Putz- und Stuckateurarbeiten an. Ihre Stärke sei das Fachwissen der 43 qualifizierten Mitarbeiter/-innen. Daher werde auf die Weitergabe dieses Wissens an die derzeit acht Azubis großen Wert gelegt. Ausgebildet wird in einer kaufmännischen und in mehreren handwerklichen Fachrichtungen sowie in dualen Studiengängen.

Azubi-News

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